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Artikeltyp: Interview
Beschreibung: vom 2.6.2000
Datum: 12.07.2005 - 12:51 - Aufrufe 1685
Kategorie: Interviews
Easy System
 
Könntest Du bitte mal Dich kurz beschreiben?

Ich entwickle seit 1995 eigenständig EASys! und wickle meine Tätigkeiten unter dem Namen EasySystem ab.

Weiterhin arbeitet aktuell die ATO (Amiga Translation Organisation) an der Übersetzung der EASys! Systemresources in folgende Sprachen: Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch, Estnisch. Deutsch und Englisch habe ich bereits selbst zur Verfügung gestellt.

Natürlich habe ich auch "Verbündete", die mir gerne zur Seite stehen, wenn es darum geht, Betaversionen nach endlosen Eigeninstallations-Tests erstmals auf Fremdsystemen zu installieren. An dieser Stelle möchte ich insbesondere Robert Schwandner, Jochen Franz und aus früherer Zeit Ingmar "InK" Krause recht herzlich danken.

Ein herzlicher Dank geht insbesondere an verdiente 3rd Party Autoren, die sich bereiterklärt haben, ihre Software direkt in die EASys! Distribution aufnehmen zu lassen. Die 3rd Party Autoren erhalten im Gegenzug gratis eine aktuelle Version des Softwarepaketes inklusive Support und Upgradeservice. Ohne 3rd Party Software wie MultiNotify (Patrick BURNAND), Play16 (Thomas Wenzel, Deutschland), EaglePlayer(Jan Blumenthal, Rostock) uvm. wäre EASys! nicht mit vertretbarem Aufwand realisierbar gewesen.

Auch Andrew Korn und Neil Bothwick von der englischsprachlichen Amiga-Zeitschrift AmigActive möchte ich an dieser Stelle für die Abwicklung und Veröffentlichung des aktuellsten Tests von EASys! in Issue9 herzlich danken!

Seit wann bist Du im Amiga-Bereich tätig?

Das ist eine kleine Geschichte:

1986, direkt nach dem Abitur und nach einer langen Zeit, in der ich auf C64 begann meine ersten Schritte mit Computern zu unternehmen, kaufte ich mir eine Amiga 500 mit einem für damalige Verhältnisse tollen 14 Zoll RGB Farb-Monitor der Firma Thomson und einem Nec P6 Nadeldrucker. Animiert dazu hatte mich Andi Klingler, einer meiner besten Freunde, der zu jener Zeit bereits eine Amiga 1000 besaß. Was für eine phantastische Maschine das damals war!

Zuerst spielte ich im wesentlichen mit der Kiste, insbesondere von Spielen wie MarbleMadness und SilentService war ich zu jener Zeit sehr angetan.

Wie ging es weiter?

Es folgten für's Studium bald Anschaffungen wie BeckerText und bereits damals erhältliche Mathematik Grafiksoftware. Damit erwuchs der Wunsch nach einer größeren Amiga. Somit stand 1988 der Kauf meiner Amiga 2000 auf dem Programm - eine Zeit, zu welcher es sich schickte, Atari-Usern paroli zu bieten, einer davon ein guter Studienfreund.

Zuerst noch ohne Zusatzausrüstung, stattete ich meine A2000 dann bald mit einer 2MB Speichererweiterung von Roßmöller, einer Big Fat Agnus, einem Kronos SCSI Controller inklusive sagenhaften 42MB Quantum Festplatte und dem Microway Flicker- Fixer aus, dazu einen EIZO 9070S 16 Zoll Monitor (1989) ... eine GVP030/40MHz mit 4MB und SCSI on board (1991) und einen Sunrize PerfectSound 8Bit-Sampler, mit dem auch die Samples der EASys! Sprachausgabe aufgenommen wurden.

Programmieren - wie kamst Du dazu?

Die Lust, das Betriebssystem und dessen Programmierung zu erlernen kam naturgemäß zum Ausbruch. Mit Spielen hatte ich fortan nicht mehr viel am Hut, denn nichts konnte ich weniger leiden, als Programme, die meine teuer erstandene Hardware nicht zu würdigen wussten und im Gegenteil ihre Zusammenarbeit damit aufkündigten... Ich meine, schon damals hätten die Mutterfirma und die Masse der Anwender und Programmierer die Zeichen der Zeit erkennen müssen, dass die Orientierung an moderner Hardware und modernen Erweiterungen ein essenziell wichtiger Faktor für den erfolgreichen Fortbestand eines Computersystems sind - und sei es noch so fortschrittlich.

Nichts desto trotz brachte ich mir damals studienbegleitend erstmal das CLI und dann C im Eigenstudium bei (um ehrlich zu sein: während langweiliger Vorlesungen), während 68000er, sowie 8080 Assembler und Fortran77 auf dem offiziellen Studienprogramm standen.(F77 das gab es damals auch für Amiga, so wie alles, was damals professionellen touch in der Computerwelt innehatte.)

Bewaffnet mit diesem Rüstzeug und einem Stapel Amiga-Bücher, die ich kaufte, machte ich mich dann auf, in die interessante und ergreifende Welt des Amiga OS ..

Was waren Deine ersten größeren Projekte?

Nunja ...
Viel Zeit verbrachte ich kurz darauf mit der Anschaffung von TeX und dessen Einrichtung auf dem eigenen System, sowie der nahtlosen Einbindung diverser Programme wie beispielsweise GnuPlot in TeX, um sogenannte Ortskurven für elektronische Schaltungen in Zusammenarbeit mit dem Schaltungssimulations Programm SPICE (welches es auch für Amiga gibt) erstellen zu können.

Hier stellten sich, wie das bei Amiga nunmal so ist, immer neue und interessante Aufgaben. Beispielsweise hatte sich ein Studienkollege einen HPGL Einzugplotter zuge- legt und wollte diesen zum Ausdruck von o.g. Ortskurven verwenden - so schrieb ich ihm dafür einen kleinen Treiber. Die TeX-Arbeitsumgebung entwickelte sich somit zu einer voll integrierten Arbeitsumgebung, die ich nach und nach mit allem erdenklichen Komfort ausstattete.

EASys! ist ja bekanntermaßen hauptsächlich in ARexx programmiert.

Wie und wobei hattest Du erstmals ARexx-Kontakt?

Bei diesen Tätigkeiten hatte ich erstmals meine mit OS 2.x erworbenen Kenntnisse in ARexx zum Einsatz gebracht. Zuerst war ich noch verwundert wozu man denn eine Sprache bräuchte, mit der man andere Programme steuern konnte - ich dachte mir, Programme bediene ICH doch, wozu soll ich sie dann vom Computer sozusagen fernbedienen lassen?

Doch bald wusste ich es besser, dass genau dies der Grundstock für den enormen Wert des Amiga Betriebssystems war, denn mit ARexx bestand erstmals ein echter bis in kleinste Programme gesetzter Standard zur Anwender unterstützenden Verknüpfung der Fähigkeiten vieler verschiedener Programme auf einem stabilen Multitasking System. So, wie es bis heute auf keinem anderen System so durchgängig verfügbar ist.

Welchen Zusammenhang hat das nun mit EASys ?

Mit allen gerade genannten Voraussetzungen war auch der Grundstein für EASys! gelegt: Auch das OS sollte meiner Meinung nach von den Stärken des Amiga Betriebssystems und den dadurch offenstehenden Toren zur Welt moderner Computerbedienung profitieren können. Die Fähigkeiten des Betriebssystems und der vielen guten existenten Programme warteten buchstäblich darauf, genutzt zu werden, indem sie nur vorteilhaft genug miteinander verknüpft wurden, anstatt das Rad wieder und wieder von neuem zu erfinden. Ich machte mich an die Arbeit...

Arbeitest Du mit anderen Gruppen/Firmen zusammen?

Ja. Einerseits kann ich auf das Wissen und die Kommunikation in meiner UserGroup IMAGE (Interessengemeinschaft mittelfränkischer Amiga Enthusiasten) zurückgreifen, andererseits habe ich zur Realisierung des Projekts auch Kontakt zu den Entwicklern diverser 3rd Party Software aufgenommen.

Während meines Studiums arbeitete ich eng zusammen mit meinem Freund Jens Hellmerichs, mit dem ich damals studierte. Wir schrieben mit SAS/C eine nie veröffentlichte Bibliothek zur einfachen Programmierung von Intuition (also der Anwenderschnittstelle von Amiga). Als Produkt entstand dabei ein "Mensch Ärgere Dich nicht" Spiel für ECS/AGA, welches sich noch heute auf meiner Amiga 4000D inklusive 68060 MKII/SCSI und Cybervision64/3D reibungslos spielen lässt. Desweiteren entstanden noch ein paar weitere kleine Programme.

Seit der Messe HEW'99 stand ich in engem Kontakt zu Petro Tyschtschenko und Jürgen Haage sowie mit Haage&Partner. Ich beabsichtige in diesem Zusammenhang, mit einigen in EASys! eingeführten Techniken moderne Standards für zukünftige Amiga Betriebssystem Software zu setzen.

Die Firma Eternity, die ich bereits bei der ersten öffentlichen Präsentation von EASys! auf den Magischen Tagen von Trier, April 1998 in der Person des netten und sehr aufgeschlossenen Herrn Martin Wolf kennenlernte, ist nun auch mein Vertriebspartner für das Softwarepaket. Martin erkannte schon damals, dass sich mit der von mir vorgeführten Software eine Marktlücke im Amiga-Segment schließen ließe. Doch ich wusste damals noch zu genau um die mangelnde Marktreife der Software, speziell wenn es darum ging, diese auf fremden und bekanntermaßen wild zerpflückten Systemen sicher und stabil zu installieren. Weiterhin war und ist es mein oberstes Ziel, ein für jeden Anwender leistungsfähiges und gleichzeitig einfach zu bedienendes System zur Verfügung zu stellen. Dazu musste noch einiges getan werden. Seit Jahreswechsel 1999/2000 ist es soweit ... die konsequente Nutzung von neuer OS3.5 Funktionalität eröffnet dem Anwender dabei bisher ungeahnte Welten...

Was ist EASys! ?
Welchen konreten Nutzen hat der Anwender?

EASys! ist der derzeit wohl umfangreichste System Enhancer für Amiga OS 3.x Der Anwender profitiert unmittelbar von allen Vorzügen des AmigaOS und von einer auf die täglichen Bedürfnisse der Computernutzung abgestimmten Arbeitsumgebung, die sich nicht nur auf die Workbench beschränkt, sondern Anwendungsübergreifend zur Verfügung steht.

Anders, als Produkte mit vergleichbarem Ansatz, wie z.B. SCALOS oder Directory Opus Magellan, die ja als kompletter Workbench Ersatz fungieren, handelt es sich bei EASys! um eine konsequente Erweiterung der Classic Amiga OS Arbeits- oberfläche Workbench - wenngleich der Einsatz als Ergänzung zu diesen WB-Ersatzprogrammen durhaus sinnvoll sein kann (siehe Anmerkungen im Testbericht AmigActive, Issue9, Juni 2000).

So stehen dem Anwender direkt nach der Installation viele praktische Helferlein (EasyWizards) zur Seite:


Ein auf den täglichen Nutzer-Bedarf abgestimmtes und umfangreich erweitertes und durchdacht strukturiertes Workbench-Menü zur Arbeit mit Dateien, zum Start von Programmen und zur Nutzung aller Möglichkeiten des Internet
Eine umfangreich vorkonfigurierte Toolbar, sowohl zum Start verschiedener Programme, als auch zum konsequenten Drag&Drop von Dateien der Workbench, um sie sofort mit ausgewählten Programmen zu nutzen und zu bearbeiten.
Die Möglichkeit, Dateien und Verzeichnisse auf der Workbench auszuwählen und mit einem weiteren Mausklick versandfertig in einer neuen eMail zu haben.
Die Möglichkeit 'Multithreaded' Dateioperationen auf der Workbench durchzuführen - die Workbench ist dabei nicht blockiert. Automatisches Versionsmanagement bei Überschreiben älterer Dateien sowie informative Dateiinformation zu Quell- und Zieldatei inklusive Versionsangabe bei Überschreibaktionen.
DDconv, das auch auf der Disribution vertrieben wird, bietet dem Anwender EINE einfach zu bedienende Schnittstelle zur Konvertierung fast aller gängigen Dateiformate (Grafiken, Sounds, Archivdateien, Textformate, ...) . So etwas gibt es mit DDconv auf Amiga erstmalig in der Computerwelt. DDconv ist auch in der Lage Batchkonvertierungen zu erledigen (das heißt z.B. die Konvertierung aller in einem Verzeichnis liegenden Dateien in einem Schwung).


Und wie werden nun die Funktionen "anwendungsübergreifend" nutzbar - wie oben genannt?


EASys! bietet virtuelle Laufwerke zur Nutzung der EASys! Leistungsmerkmale direkt aus allen Anwendungen, die in der Lage sind, Dateien zu speichern. So ist es auch möglich, beispielsweise im Soundprogramm einen Text aufzusprechen und zu digitalisieren, diesen dann als Datei in AS_EasyMail: zu speichern. Schon steht die Sprachnachricht in einem neu geöffneten eMail Formular versandfertig bereit. Ein anderes Beispiel: Eine handschriftliche Nachricht auf Papier soll versandt werden - sie wird gescannt, wieder als Datei in AS_EasyMail: gespeichert und steht sofort versandfertig bereit. Auch zur Präsentation, weiterverarbeitung und zum Ausdruck von Dateien aller Art stehen derartige virtuelle Laufwerke zur Verfügung.


Bei EASys! fällt auch häufig der Begriff "Reference" - was hat es damit auf sich? Welche Vorteile hat eine Referenz?


Das mit EASys! eingeführte "Reference" Konzept erlaubt die zentrale Verwaltung von Programmen, die für bestimmte Aufgaben zuständig sind. Soll z.B. eine Musikdatei, die in EasyWizards, SimpleFind, IBrowse oder YAM zur Anzeige gebracht wird, nicht mehr mit Hippoplayer, sondern ab sofort nur noch mit EaglePlayer abgespielt werden, so ist lediglich durch Nutzung des "Reference-Editors" die Referenz für das MultiTracker Programm auf den Pfad von EaglePlayer einzustellen. Fortan verwenden EasyWizards, SimpleFind, YAM und IBrowse automatisch EaglePlayer - vorausgesetzt, sie wurden einmal statt mit direkten Pfaden für Mime-Types, mit den jeweiligen EASys! Referenz-Aufrufen versorgt. YAM wird während der Installation bereits automatisch konfiguriert, während z.B. IBrowse, AWeb oder Voyager noch einmalig vom Anwender bearbeitet werden müssen. Ein hervozuhebender Vorteil dieser Referenzierung von Aufrufen, Pfaden und Programmoptionen ist, dass durchgängig im gesamten System auf eine einmalig festzulegende Quelle zugegriffen wird. Für den Anwender werden also immer und überall die Programme zum Einsatz gebracht, die er aktuell für bestimmte Anwendungsbereiche bevorzugt. Durch die mitinstallierte Vorbereitung des Systems wird auf diese Anwender-Referenzen auch bei der Nutzung von Aminet-CD-Guides automatisch zugegriffen.


Warum hast Du Dich entschieden, Deine Software auf Amiga zu entwickeln und nicht auf gewinnbringenderen Märkten wie Mac oder PC?

Amiga ist nunmal mein lieblings-Compuersystem. Dies ist sicher der Hauptgrund. Ein weiterer Grund hierfür ist natürlich auch die einfachere und effektivere Art der Programmierung des Amiga Compuersystems. Ich habe Mittel und Wege, die mich schneller zum Erfolg, zur Realisierung meiner Ideen bringen, als dies auf anderen Computersystemen möglich wäre - trotz aufwendiger Programmierumgebungen, die leider bei uns noch Mangelware sind.

Was ist Dein aktuellster Titel bzw. was für Sachen liegen in der nahen Zukunft an?

EASys!, EASys! ... und EASys! - was sonst

Das Softwarepaket wird kontinuierlich weiterentwickelt. Während einerseits geplant ist, verschiedene Teile als neue Softwarestandards zu etablieren, gibt es täglich neue Einfälle für das nächste Update (im Rhythmus von ca. 1/4 Jahr). Die rege Teilnahme an der Ideenfindung für innovative Anwenderkonzepte ist ein wichtiges Ziel meines engagierten Kundensupports. Im Mittelpunkt aller Tätigkeiten stehen die Bedürfnisse der Anwender. Amiga soll in Punkto Nutzung anderen Computersystemen auch heute, morgen, übermorgen in nichts nachstehen.

Welche sind Deine Lieblingsspiele auf Amiga?

MarbleMadness, ... Lemmings 2!

Ist Amiga Dein hauptberufliches Betätigungsfeld oder ist es für Dich eher nur ein "Nebenjob"?

Wohl eher Nebenjob. Derzeit wäre es sicher kaum möglich, am Amiga-Markt auch mit einem noch so begehrten Softwaretitel sein Brot zu verdienen. Ich sehe meine Tätigkeiten für EASys! eher als einen Dienst an der Gemeinschaft an, selbst wenn jetzt einige einwenden werden, ich kassiere dafür ja auch Geld. Doch wenn man mal nachrechnet, wieviel Zeit, Ärger und Schlaf dieses Projekt ununterbrochen verschlingt, dann wird mir sicher die Mehrzahl der Anwender zustimmen, dass es sich dabei allerhöchstens um eine kleine Entschädigung handelt. An dieser Stelle möchte ich allen bereits "easy" dahinwerkelnden Easyanern danken, dass sie sich für diese richtungsweisende Software entschieden haben.

Was machst Du hauptberuflich?

Ich bin als Software Support Ingenieur bei Siemens beschäftigt. Dort arbeite ich in einem Projekt, das für einen deutschen Stromerzeuger eine Anlage erstellt, die aus 200 vernetzten UltraSparc-II Unix Systemen besteht, welche - mit einem sogenannten Netzleit-Softwaresystem ausgestattet - das Stromnetz großer Teile Deutschlands automatisch überwachen und steuern hilft. Ich selbst bin dabei tätig im Gebiet der Installation der Software, ihrer Konfigurierung, Datenbank-Parametrierung, Tests und Fehlerbeseitigung in der Kommunikationssoftware, sowie Inbetriebsetzung vor Ort uvm.

Eine Tätigkeit also, von deren Know-How EASys! und seine Anwender gewissermaßen schon oft profitieren konnten. Aufgrund meiner häufigen Arbeiten mit Unix-Systemen bin ich aber auch kein Fan von Linux und Konsorten.

Welche Dinge - Software, Hardware, ... - vermisst Du für Amiga?

... einen Notebook-Classic-Amiga! Naja, auf meinem Notebook, das ich von der Firma habe, läuft ja bereits WinUAE mit meiner Workbench 3.5 in 1024x768 Auflösung mit 16 Bit. Immerhin ist somit Amiga in 68020er oder 68030er Geschwindigkeit nutzbar, doch ich finde, erst wenn ein WinUAE mit annähernd 060er Geschwindigkeit läuft, könnte ich mich damit so richtig zufrieden geben. Mal sehen was neuere Prozessorgenerationen da noch ausrichten können!

... und als Sortware ...

Eine Entwicklungsumgebung mit WYSIWYG GUI Editing Machine, mit der ohne langwierige Eigenarbeit moderne Anwenderschnittstellen zu neuen Programmen erstellt werden können. Sicher gab es auch hier in der Vergangenheit auch bereits gute Ansätze, doch gibt es bis jetzt immer noch keine annähernd wirklich gute Standardsoftware zu diesem Zweck.

Ich vermisse in diesem Zusammenhang insbesondere, dass sich mal ein paar Entwickler zusammentun, und beispielsweise gemeinsam auf diese Weise Standards festlegen, wie z.B. folgendes:

Schon lange gibt es immer wieder Software für Amiga, die ein wirklich gutes GUI Konzept aufweist, wie z.B. GoldEd's GUI Classes, fxPaint's Anwenderschnittstelle, GlobalTrash's Bedienerelemente, ... Wie wäre es denn nun, wenn sich die Leute mal zusammentun, alles in einen Topf werfen, rumrühren und diese absolut modernen aber hinderlich proprietären Früchte schweißtreibender Arbeit in einem WYSIWYG GUI-Editor zusammentragen würden? Niemand bräuchte mehr davor zurückschrecken, eine ausgefeilte Benutzeroberfläche zu programmieren, ansprechende Anwendungen würden wieder wie Blumen im Mai aus dem Boden sprießen, die Räder wären erfunden und bräuchten nicht wieder von jedem neu erfunden zu werden. Die Anwender würden sofort von ihren anpsrechenden Benutzeroberflächen profitieren, sie bräuchten sich nicht bei jedem Programm wieder auf neue Bedienelemente einzupendeln, sondern würden gemäß ergonomischen Software Richtlinien mit EINER klaren Benutzerführung konfrontiert.

Ich finde, wir haben schon genug Hickhack gehabt. Wie wäre es denn, wenn wir uns mal wirklich alle aufraffen würden und an einem Strang ziehen, wenn wir endlich mal zeigen würden, dass wir wirklich eine Gemeinschaft sind, statt dies nur dauernd zu behaupten?

Für welche Prozessorhardware programmierst Du speziell? 68k oder PPC?

Ich entwickle ganz allgemein für 68k (setze aber mindestens 68030 voraus), da ich selbst kein PPC Board besitze. Zwar gibt es mittlerweile einige interessante Ansätze, die sehr dazu verleiten, sich doch noch ein PPC Board inklusive CyberVisionPPC o.ä. zuzulegen, jedoch erscheint mir mein System (MKII060/50 MHz + SCSI, 72MB FastRAM, CyberVision64/3D inkl. Scandoubler) mehr als genug leistungsfähig, weshalb ein Umstieg derzeit nicht in Frage kommt - ganz abgesehen von den Verzögerungen, die sich bei den Weiterentwicklungen von EASys! einschleichen würden, weil so eine Hardware-Umrüstung immer mit größeren Problemen verbunden ist.

Planst Du, in Zukunft AmigaNG zu unerstützen, oder arbeitest Du bereits an einem solchen Projekt?

Vorerst arbeite ich sicher noch eine geraume Zeit weiter an EASys! Wenn AmigaNG greifbarer wird, werde ich sehen, inwieweit mir die neue Umgebung zusagt, und inwieweit ich dort Möglichkeiten zur Verwirklichung meiner Vorstellungen sehe. Ich hoffe, dass insbesondere der Anwender das Maß der Dinge wird und nicht zuviel Augenmerk auf technische Details verloren werden. Die Software machts und ihre Fähigkeiten sowohl was einfache Realisierung angeht als auch was die ungehinderte (!) Verwendbarkeit existierender Dateiformate anbelangt.

Wirst Du Classic Amiga immer noch unterstützen, wenn AmigaNG erhältlich ist?

Wie ich bereits sagte:
Vorerst werde ich ununterbrochen weiterhin Classic Amiga unterstützen. AmigaNG ist derzeit noch zu undfiniert und ungreifbar. Das kann sich natürlich ändern, wenn konkretere Fakten - insbesondere der Anwenderschnittstelle - bekannt werden. Ich schätze, dass in dieser Richtung erst ab Jahreswechsel 2000/2001 mit planbaren Fakten zu rechnen ist.

Planst Du auch, Teile Deiner Software auf anderen Plattformen zu veröffentlichen?

Nun, aus aktueller Sicht ist das zeitlich nicht möglich, da ich neben meiner Ingenieurstätigkeit und meinem Engagement im Amiga-Markt auch noch ein lieber Ehemann für meine Moni und ein lieber Papi für meine zweieinviertel Jahre alte Tochter Kerstin sein will. Dennoch - einer Bekannten habe ich jüngst erzählt, was ich mit EASys! so alles für Amiga realisiert habe, da meinte sie, sowas wäre doch toll, wenn es das auch für PC geben würde...

Bist Du dafür, Amiga Software - unbeachtet des Umfanges - zukünftig generell auf CDROM zu veröffentlichen?

Ja. Disketten haben einfach für Softwaretransfer ausgedient. Allerhöchstens, um mal ein paar Dateien von A nach B zu schaffen, wenn keine Netzwerkverbindung existiert, macht das noch Sinn. Eine CDROM ist leichter als eine Diskette, sie ist im allgemeinen schneller gebrannt als die gleiche Datenmenge auf Floppies kopiert, sie bietet Platz für umfangreiche Softwareprojekte wie z.b. EASys!

Und wie siehst Du die Zukunft von DVD für Amiga?

Wenn sich die DVD mal so richtig am "normalen" Consumermarkt platziert hat, wird es auch nicht mehr lange dauern, bis wir mit DVD Support rechnen können. Allerdings wird wahrscheinlich wie immer erst noch einige Zeit vergehen, bis vernünftige Lösungen auch für Amiga erhältlich sind

Welches Computersystem benutzt Du privat?

Na welches schon? Amiga! Um genau zu sein: Amiga OS3.5 mit EASys! in der aktuellen Fassung Alles drauf, alles drin. Ich bin damit "drin"! Die Hardware-Ausstattung: Amiga 4000 Desktop, 68060 50MHz MK-II mit 72MB FastRAM und SCSI-MK-II, CyberVision64/4D mit Scandoubler, 2.2GB Quantum Ultra II SCSI Platte, IOblix Parallel/Seriell-Karte, Epson Stylus Color 600, ein Split-Keyboard von Lenco am Micronik Tastaturadapter und eine 4Dplus 2-ScrollRad Maus am seriellen Port. Dann noch ein Syquest 270MB Wechselplattenlaufwerk (auch als Notfall-Bootdisk nutzbar), ein Toshiba XM3701 CDROM und ein Yamaha CDRW 6-4-16 Brennerlaufwerk sowie ein popeliges 14.4 kBit Modem, das bald durch ein 56 kBit Modem ersetzt wird.

Was hältst Du von der momentanen Amiga Situation?

Es ist nicht schön, wie von vielen Seiten das Classic Amiga System einfach links liegengelassen wird. Man stelle sich mal vor, wie unglaublich schnell ein Amiga OS native auf der IBM Plattform laufen würde, die H&P auf der Messe HEW'99 ausgestellt hat. Wenn dann noch die richtige Software dazu geschrieben wird, stünde einer guten Zukunft nichts im Wege. Sicher, es gibt immer Leute, die mäkeln herum, dass im AmigaOS moderne Dinge wie Speicherschutz fehlen würden, sicher das wäre schön, aber ist das wirklch das Maß aller Dinge, vor allem das, wovon der 0815-Anwender, um den es letztenendes geht, einen echten Vorteil hat?

Die Vorteile für den Kunden ergeben sich aus einem guten modern durchgestylten und aufeinander abgestimmten GUI-Konzept, einer verfügbaren Hardware, auf der das System ordentlich schnell läuft und aus der Nutzbarkeit etablierter Dateiformate. Das alles sind Dinge, die nur einer engagierteren Softwareentwicklung bedürfen - das OS hat alle Voraussetzungen dazu - natürlich bräuchten wir auch eine kauffreudigere und vor allen Dingen wieder eine größere Anwenderschicht.

Wie stellst Du Dir genau die Zukunft für Amiga vor?
Welche Rolle spielt dabei der Endanwender?

Schon zu oft und zu lange ist der 0815-Anwender auf dem Amiga-System für tot erklärt worden, oder er wird einfach mit Sätzen wie "was bist Du denn für einer - kennst Dich ja noch nichtmal mit so einfachen Sachen aus ..." weggeschoben. Dennoch gibt es (glücklicherweise) noch genug Normalanwender.

Gerade den Anwender, der halt mal diese Maschine benutzen möchte, brauchen wir aber und wir (die Softwareentwickler) müssen ihn, wo wir nur können unterstützen, denn von einer Freakgemeinde, die sich irgendwie sowieso alles selbst strickt kann auch ein Amiga-Markt nicht leben, wohl aber von Anwendern, die bereit sind, in ihre Maschine zu investieren, die bereit sind, Leistung durch Gegenleistung zu erwerben. Wer hier von Abzocke redet, dem werfe ich vor, dass er Diebstahl für rechtmäßig erklärt - sicher, bis zu einem gewissen Grad kann man natürlich Gratisleistung erbringen (mal ein kleines CLI-Utility z.B.), aber alles kann es nicht für lau geben.

Hast Du eigentlich eine Homepage?

Ja. Die ist aber schon seit langer langer Zeit nicht mehr überarbeitet worden. Vielleicht gibt es noch ein paar Links drauf, die noch funktionieren

http://www.fen-net.de/thomas.neidhardt

Wie bist Du am besten zu erreichen - per eMail oder Schneckenpost?

Per eMail natürlich.
MailTo: thomas.neidhardt@fen-net.de

Telefonsupport gebe ich in Ausnahmefällen nach Vereinbarung.

Wie gefällt Dir eigentlich das AmigaFuture Magazin?

Ein vorbildlich gestaltetes Magazin mit breiter Abdeckung des Amiganer's Interessengebietes. Macht weiter so! Ich finde gut, dass es keine reine Spielezeitschrift ist. Wie wär' mal mit einem freundlichen Lächeln des Chefredakteurs auf dem Editorial?

Was denkst Du über das Insolvenzverfahren von Phase5?

Eine Sache die nicht hätte sein müssen, denn auch dies ist in meinen Augen zu großen Teilen eine Folge der mangelnden Kooperation von Firmen auf dem Amiga-Markt, des mangelnden Aufrüstwillens (Modernisierung des eigenen Systems) in der Amigagemeinde (schon seit jeher) und natürlich eine Folge der Fehlentscheidungen ABox und BBox. Eine Sauerei ist natürlich, wie bei diesem Verfahren mal wieder mit Amiga-Kunden umgegangen wird - ganz so als gäbe es keine Kunden und deren Grundrecht auf Eigentum.

Hast Du ein Maskottchen?

Hmm... ich glaube nicht!
Wenn dann ... eine Uli-Stein-Maus.

Was sind Deine (anderen) Hobbies?

Ich spiele sehr gerne Klavier (Boogie, Blues, Eigenkompositionen, aber auch mal Klassik), fahre gerne meine BMW R65 (18 Jahre alt) spazieren. Desweiteren beschäftige ich mich auch gerne mit der Realisierung schaltungstechnischer Ideen, repariere Geräte aller Art - vom Handmmixer über Fernseher bis zum defekten Amiga.

Auf menschlicher Seite liebe ich es auch, mit meiner kleinen Kerstin was zu unternehmen, oder allgemein gut essen zu gehen (italienisch, indisch, griechisch, mexikanisch ...). Als sportliche Lieblingstätigkeit fällt mir auf Anhieb Tanzen ein (Standard, Latein), dann auch noch Schwimmen und wenn's sein muss auch Joggen mit Robert, meinem eifrigen Betatester. Ansonsten interessieren mich Computer, Amiga ... oder Amiga und unsere Usergroup IMAGE !

Und was ist Dein Lieblingsfilm?

Schwer zu sagen. Ich glaube, es sind die StarWars Episoden.

Was hältst Du von so langen ermüdenden Interviews?

Na - wenn's denn sein muss! Ich finde sie interessant, insebesondere natürlich als passiver Leser, wenn ich auch mal Einblick in die Geschichte, Arbeit und Erfahrung anderer Gleichgesinnter haben darf.

Vielleicht noch ein Wort zum Schluss?

Ja.
Einen ganz ganz lieben Dank möchte ich an dieser Stelle meiner Frau Moni aussprechen. Sie hat einfach alle Gründe, auf meine Amiga eifersüchtig zu sein... Bei all den endlosen nächtlichen Arbeiten zu EASys!
 
  
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