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Type: Testbericht
Description: Amiga Aktuell Ausgabe 4/2001
Date: 06.04.2008 - 17:13 - Views 3237
Category: Testberichte - Spiele
Exodus
 
Die Welle der Echtzeitstrategiespiele ist nun entgltig auch auf unser System hereingebrochen. Nach Napalm und Earth 2140 untersuche ich nun mit Exodus den dritten Kandidaten im Rennen um den Titel des besten RTS-Games ein bisschen genauer. Und da fangen wir natrlich erst einmal mit uerlichkeiten an: anders die beiden angesprochenen Titel kommt Exodus in einer klassischen Box. Drinnen befindet sich eine CD-Hlle mit dem Spiel, die Anleitung und eine Regestrierungskarte. Echt klassisch! Das macht schon mal einen sehr professionellen Eindruck. Leider ist die Anleitung nur in englischer und polnischer Sprache, aber das Spiel soll ja auch deutsch sein.

Nachdem ich die CD eingelegt habe, folgt schon die nchste positive berraschung: auf der CD befinden sich zum einen Installer fr deutsch, polnisch und englisch und zum anderen eine Schublade mit jeder Menge Extras, als da wren: ein kostenloses Ballerspiel, eine Anleitung, wie Exodus entstanden ist (auf polnisch), Screenshots des neuen Spieles, WB- Bilder und AMP Skins. Echt cool. Auch die Installation klappt hervorragend. Danach gilt es noch ein Setup-Programm aufzurufen. Hier gilt es dann, das CDRom und die Nullmodemfunktion mit einzubinden und die Auflsung sowie die Sprache zu bestimmen. Nachdem hier abgespeichert wurde, kann es endlich losgehen:

Das Spiel startet mit dem Einblenden der Logos und hier bin ich mit der Qualitt nicht ganz so zufrieden. Dafr entschdigt das Demo. Es ist zwar kein Kracher wie bei Earth, aber sehr solide gemacht. Anders als bei Earth wird hier die komplette Hintergrundgeschichte erzhlt. Leider nur auf englich (mit polnischem Akzent), aber durch die dabei laufenden Filmsequencen, kann man die Story gut nachvollziehen. Aber trotzdem hier noch einmal die kurze Zusammenfassung:

In wenigen Tagen wird der erste und grte Teil eines zerstrten Planeten auf Bataar einschlagen und diesen Planeten in eine brennende Kugel verwandeln. Die Fracht- und Kriegsschiffe schaffen deshalb die Techniker und die Ausrstung der Moroi von Bataar. Das Mutterschiff ist mit komplizierten Einrichtungen ausgerstet um den Superspace-Tunnel zu ffnen. Hierdurch kann man sein Ziel schneller erreichen. Die Expedition der Moroi fhrt sie direkt zum zweiten Planeten im Antares System. Dort soll es eine Minenkolonie der Zelds geben. Die Aussiedlung der Moroi kann beginnen.

(P.S.: Das Intro bietet noch einige Infos mehr, dies ist nur eine Zusammenfassung aus der Anleitung).

Im Spiel bernimmt man eine der beiden Parteien, Moroi oder Bataar und strtzt sich in den "letzten Krieg".

Das ganze sieht folgendermaen aus: Es erscheint ein schn gemachtes Bild, whrend das Spiel ldt. Eine Fortschrittsanzeige meldet, wie lange dies ungefhr dauert. Dann gibt es den Missionsauftrag. Und sptestens hier gibt es den ersten (unfreiwilligen Lacher). Denn wo der polnische Akzent beim Intro noch vertretbar war, ist dies bei der bersetztung unverzeihlich. Ich zitiere hier einmal kurz das erste Missionsziel um euch zu zeigen, was ich meine:

Ziele im Auftrag 1: Landend, die Armee Moroi eingestellt herauf Unterseiten auf der Oberseite des Planeten. Ihre Armee gegen Angriffe Zelds' zu verteidigen und zu steuern besetzten Bereich, sie werden bestellt zu aufbauten eine Radarstation.

Ohne mich jetzt ber meine polnischen Nachbarn lustig machen zu wollen, aber diese bersetzungen sind mehr als lachhaft. Da htte man besser ATO konsultiert oder so. Aber hier erleidet der Spielspass tatschlich einen Einbruch.

Aber sehen wir mal weiter: Nachdem man also die Aufgabenstellung erraten hat geht es direkt ins Spielgeschehen. Oben am Rand gibt es eine Statusleiste. Der Hauptteil der Bildschirms wird durch das Spielfeld belegt, auf der rechten Seite gibt es dann ein Radar, mit dem man direkt zu jedem beliebigen Punkt auf der Karte springen kann. Auerdem wird von hier die Expansion betrieben, sprich die Gebude gebaut. Allerdings kann aus bersichtsgrnden dieses Fenster auch verborgen werden, so da man nur noch das Spielfeld sieht.

Am Anfang gibt es auf eben diesem aber noch nicht viel zu sehen. Ein Teil der Landschaft ist sichbar, der noch nicht erforschte Rest noch unsichtbar. Man sieht einige eigene Einheiten und die Zentrale. Nun gilt es die Mission zu erfllen und dabei seine Basis zu schtzen. Dafr braucht man in der Regel aber neue Einheiten, welche aber Geld kosten. Um dieses zu bekommen braucht man ein Bergwerk und eine Fabrik um den gewonnenen Rohstoff zu verarbeiten.

Aber diese auf den ersten Blick komplizierte Situation spielt sich schnell ein (und ist jedem RTS-Fan sowieso gelufig), so da man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: die Schlacht! Aber bevor ich hierauf nher eingehe, kmmere ich mich mal um die technischen Fakten: Sound und Grafik. Soundtechnisch gibt es eigentlich nix zu bemngeln. Die Musik von CD ist stimmungsvoll und abwechslungsreich und auch die SoundFX unterstreichen das Spiel. Es ist zwar nicht das Non plus Ultra, aber auch nicht viel weniger. Die Sprachausgabefetzten htte man sich sparen knnen, die tragen garnix zur Atmosphre bei. Aber alles in allem kann man den Sound doch in der oberen Region anordnen. Anders sieht da schon die Grafik aus. Selbst in der hohen Auflsung spricht mich das Ganze nicht sonderlich an. Zugegeben, das Scrolling ist schnell und die Hintergrnde bunt und abwechslungsreich. Aber ich bin halt seit Napalm und Earth etwas komplett anderes gewohnt und da kommt Exodus einfach nicht mit. Die Bewegungsablufe wirken steif und unbeholfen und das ganze Ambiente irgendwie unwirklich. Klar luft Exodus auch auf einem 030er, aber selbst hier nur in LowRes. Und selbst auf einem 060er ist HiRes nicht ganz ruckelfrei. Das heit nicht, da Exodus eine Sch...grafik hat sondern nur, da die beiden Konkurrenten hier wesentlich besser abschneiden. Aber nchste Woche stelle ich ja alle drei Spiele mit ihren Vor- und Nachteilen gegenber und da wird man den Unterschied ja erkennen.

Aber wie ich selbst immer betone: Das uere ist nicht so wichtig, wenn das Gameplay stimmt. Der Spielspass kommt immer an erster Stelle! Und so leid es mir tut: Auch hier kann ich mich nicht so recht mit Exodus anfreunden. Die Steuerung ist einfach zu ungewhnlich, als das richtige Spielaction aufkommt. Um eine Einheit zu bewegen, klicke ich sie mit der linken Maustaste an. Daraufhin erscheint ein Requester in dem ich einstelle, was die Figur machen soll (zwischen dem Ausgangspunkt und einem Zielpunkt hin- und herlaufen, angreifen oder zu einem Ziel gehen und dort bleiben). Dann bestimme ich mit der rechten Maustaste den Zielpunkt und die Aktion wird ausgefhrt. Man kann sich leicht vorstellen, da dies im Schlachtgetmmel schon einmal zu Schwierigkeiten fhren kann. Natrlich ist das wie immer nur meine persnliche Meinung, der eine oder andere hat vielleicht schon immer auf diese Art der Steuerung gewartet.

Die Level sind ansprechend und abwechslungsreich gestaltet, aber durch die nicht immer durchdachte knstliche Intelligenz geriet ich schon in mancher Situation unnting in Gefahr. Die Einheiten "sehen" nmlich keine Hindernisse. Sie ballern einfach in Richtung Feind, egal ob da ein Baum, ein Berg oder gar eine eigene Einheit im Weg ist. Und das ist manchmal wirklich tdlich!

Alles in allem entpuppt sich Exodus also nicht als der Geheimtip, als der er vorher gehandelt wurde. Ich wrde das Spiel nur jemanden mit einem 030er empfehlen, der unbedingt ein RTS-Spiel braucht. Und selbst hier bitte ich jeden sich vorher mal die Demo anzuschauen. Exodus hat ein paar gute Anstzte ist aber fr meine Begriffe keine echte Konkurrenz zu Napalm und Earth. Dies klingt hart und wird wahrscheinlich wieder einige Kritiker auf den Plan rufen, aber ich halte nun mal nichts davon ein Spiel schn zu reden. Exodus hat mich entuscht. Aber ich nehme gerne Grnde entgegen, weshalb Exodus trotzdem spielenswert ist. Mailt uns doch einfach eure Meinung zu Exodus.
 
  
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