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Type: Testbericht
Description: Amiga Aktuell Ausgabe 1/2001
Date: 06.04.2008 - 16:54 - Views 1133
Category: Testberichte - Anwendungen
Digital Almanac 3
 
Astronomiesoftware Digital Almanac III (von Uwe Pannecke)

DA, die dritte

Das virtuelle Planetarium Digital Almanac III

Kurz vor dem wohl wichtigsten Fest des Jahres fand ich in meinem E-Mail- Postfach ein kanpp zwei MByte groes Datenfile. Achim Stegemann [1] hatte seine Ankndigung wahr gemacht und ein Weihnachts-Update zu Digital Almanac III auf Release 2.0a an die registrierten User verschickt. Diese freudige berraschung und die Tatsache, dass in der Weihnachtsgeschichte ein Stern eine nicht unerhebliche Rolle spielt, stellen einen willkommenen Anla dar, auch ber die dritte Generation des Astronomieprogrammes aus deutschen Amiga-Landen einige Zeilen aufs elektronische Papier zu bannen. Interessant ist auch, die Frage zu beleuchten, ob DA III nur der dritte Aufguss lauen Kaffees oder ein krftiger Mokka mit neuer Geschmacksrichtung ist.
1. Lieferumfang

Im Unterschied zu frheren Versionen ist DA III nur noch auf CD-ROM erhltlich. Das ist nicht verwunderlich, betrachtet man die Datenflle, die immerhin ber 460 MByte Speicherkapazitt der Silberscheibe belegt.

Das eigentliche Astronomie-Programm einschlielich der Sternendaten beansprucht allein 380 MB auf der CD, wobei der GSC 252 MByte an Daten enthlt. Zur visuellen Untersttzung liefert Achim Stegemann 81 MByte in DA III kontextsensitiv aufrufbares Bildmaterial mit ber 600 Abbildungen von Sternhaufen, Galaxien, Planeten und Monden in guter bis sehr guter Qualitt. Viele ntzliche Zusatzprogramme und Datatypes residieren im Bonus-Verzeichnis. Das zwingend notwendige MUI 3.8 findet sich ebenfalls auf der CD. Ein umfangreiches Verzeichnis mit Planetentexturen, ein PDF- File zum Messier-Katalog, eine Developer- und IconSet-Schublade runden den Inhalt der CD-ROM ab.
2. Systemvoraussetzungen

Schon in der ersten Version war DA ein komplexes Programm, das mit sehr groen Datenmengen jonglieren konnte. Diese Komplexitt hat mit den neueren Versionen noch zugenommen, so da fr eine angenehme Arbeitsgeschwindigkeit des Programms die CPU eigentlich nicht schnell genug und das RAM nicht umfangreich genug sein kann. Dennoch lt sich schon mit einem MC68020 arbeiten, von Komfort kann aber eigentlich erst ab einem 68040/40-Prozessor gesprochen werden. In WARP-Geschwindigkeitsbereiche stt ein PowerPC-Dual- Board (CyberstormPPC oder BlizzardPPC) mit WarpOS V4 vor. Alle Betriebssysteme ab AmigaOS 3.0 bis einschlielich 3.9, denen mindestens 8 MB freies Fast-RAM (besser 32 oder mehr MB) und MUI 3.8 zur Seite stehen, sind geeignet. Eine Grafikkarte unter CyberGraphX V3 oder V4 bzw. Picasso 96 ist sehr empfehlenswert, da Ihr nur so in den Genu hoher Auflsung und Farbtiefe kommen werdet.

Getestet wurde DA III auf einem A3000D unter AmigaOS 3.5, 36 MB RAM, 68040- CPU und einer RetinaZIII mit CyberGFX 3.x. Auerdem musste das Programm auch unter Linux und UAE-0.815-JIT mit AmigaOS 3.1 und Picasso96 auf einem Athlon600 mit 128 MB RAM und GeForce2 GTS seine Tauglichkeit beweisen.
3. Programmbeschreibung

Neben der 68k-CPU wird mit Version III auch Motorolas PowerPC untersttzt und ermglicht so superschnelle Berechnungen. Dem Sterngucker steht ein virtuelles Teleskop mit drei verschiedenen Ansichten zur Seite, wobei ein beliebig whlbarer Beobachtungsort und -zeit auch auerhalb der Erde mglich ist. Der Sternenkatalog umfat jetzt standardmig eine Million Sterne intern bis +16m. Wem das nicht reicht, der kann zustzlich den Hubble-GSC-Sternenkatalog mit ca. 25 Millionen Sternen einbinden.

Innnerhalb des virtuellen Sternenmeeres knnt Ihr mit der Maus und Tastatur frei zoomen oder die Positionseingabe direkt ttigen. Die Planetenpositionen werden mittels DE404- oder VSOP87-Integrationstabellen sehr genau berechnet, auerdem ist bei der Gelegenheit auch ein Ausflug zu den Monden von Mars, Jupiter, Saturn und Uranus machbar. Ein Leckerbissen fr das Auge sind die bei der Planetenerkundung sichtbar werdenden hochauflsenden Texturen fr alle Planeten und Monde, sowohl im 8Bit- und erst recht im 24Bit-Format.

Habt Ihr die Planeten abgeklappert, wartet eine Datensammlung von ber 80,000 Kleinplaneten und Asteroiden sowie ca. 1,000 Kometen auf ihre Exploration. Und falls Ihr selbst ein neues Objekt am realen Sternenhimmel entdecken solltet, so knnt Ihr dieses mit seinen Bahnelementen in DA III integrieren.

Eine weitere Datenbank mit ber 100,000 Deep-Sky-Objekten, die die Kataloge wie Messier, NGC, IC, UGC, PGC und viele andere mehr enthlt, ist ebenfalls im Lieferumfang enthalten.

Ihr seid mit DA III in der Lage, Ephemeridentabellen zu erstellen, globale Umstnde von Sonnen- und Mondfinsternissen zu berechnen und die gefundenen Ereignisse als Animationen im IFF-ANIM-, QuickTime- und MPEG-Format dauerhaft festzuhalten. Dies alles erschliet sich mit einer intuitive MUI- Oberflche mit Drag&Drop-Untersttzung.

Wer mchte, kann hochauflsende Sternenkarten auf einen Drucker ausgeben. Und fr eine Verbindung zwischen virtueller und realer Sternenwelt kann ein ber das Programm gesteuerter Teleskop-Nachfhrungsmotor sorgen!
4. Installation

Nach einem Doppelklick auf das CD-Icon prsentiert sich der Inhalt der DigitalAlmanacIII-CD-ROM-Edition in einem sehr aufgerumten und dem AmigaOS 3.5/3.9 angepaten Stil.

Der Installer ffnet ein eigenes Fenster und whlt im Frage-und-Antwort- Spiel einen den individuellen Bedrfnissen angepasste Umfang des Programmspaketes fr die Installation auf der Amiga-Festplatte. Die notwendige Einrichtungszeit verschnt die Installations-Routine mit eingeblendeten astronomischen Bildmotiven. Ihr knnt in weiten Grenzen Einflu auf die zu installierenden Daten nehmen. Und das ist auch gut so: Nicht jeder wird auf der Festplatte seines Amigas so mal schnell 400 MByte Platz erbrigen knnen. Jedoch ist dies kein Problem, denn der DAIII- Installer ist intelligent genug, Komponenten, welche Ihr nicht installieren mchtet, auf der CD-ROM zu belassen. Diese werden dann bei Bedarf von der CD automatisch gelesen. Eine Nachinstallation auf Festplatte ist ebenso jederzeit mglich.

Die Installationsroutine meiner DAIII-CD-ROM kopierte die zustzlichen Bilder nicht auf die Festplatte. Lediglich eine Schublade wurde passend angelegt. Hier half nur anschlieendes manuelles Kopieren der Bild-Daten. Da Achim Stegemann von diesem Fehler wei, nehme ich an, dass aktuelle CD- ROMs selbigen nicht mehr aufweisen.
5. Neuheiten in DA III

Dazu zhlt sofort sprbar die PPC-Untersttzung ber WarpOS. Es werden die momentan blichen PPC-Karten fr den Amiga (BlizzardPPC, CyberstormPPC) untersttzt. Die Dokumentation ist kein AmigaGuide mehr, sondern vollstndig in HTML verfasst. Fr den Amiga existieren mittlerweile gengend Browser, welche selbst in einer Demo-Version ausreichend sind (IBrowse wird in einer solchen gleich mitgeliefert), um diese Dokumentation anzuzeigen. Auerdem bietet HTML fr das Erstellen einer Dokumentation nicht zu verachtende Vorteile gegenber AmigaGuide, welches bei umfangreichen Dokumentationen einfach berfordert ist. Die HTML- Dokumentation kann mittels im Programmpaket enthaltenem OpenURL direkt von DA III aus angezeigt werden.

Schnellere Zeichnen-Routinen, die trigonometrischen Formeln so weit wie mglich durch schnelle Matrizenoperationen ersetzen, sorgen fr einen beschleunigten Bildaufbau. Zum anderen liegt der Sternenkatalog nun in zwei Formaten vor, so dass bei wenigen Sternen die alte, aber schnelle Methode zum Einsatz kommt, bei vielen Sternen aber wird das neue Format benutzt, welches hnlich zum Format des GSC-Kataloges ist. Auch das Zeichnen des GSC-Kataloges selbst wurde verbessert und ist nun deutlich schneller als noch in DA II.

Das Raytracing fr Planetentexturen zeigt unter CGX fast Warp- Geschwindigkeit, auerdem wurde eine naturgetreue Wiedergabe der Beleuchtungsverhltnisse auf dem Planeten, sofern ein CGX-Bildschirm mit 15/16/24Bit-Modus aktiv ist, implementiert. Sowohl Weltkarte als auch Mond knnen als frei drehbare Kugel angezeigt werden.

DA III luft noch stabiler als sein Vorgnger. Viele Programmteile wurden laut Programmautor umgeschrieben. Dabei stand mehr die Stabilitt als die Geschwindigkeit im Vordergrund. Die Geschwindigkeit selbst bezieht das Programm aus neuen mathematischen Algorithmen und ist daher im wesentlichen DA II ebenbrtig, in manchen Funktionen sogar berlegen.

Der groe Sternenkatalog ist nun Standard unter DA III. Im Gegensatz zu DA II, das den kleinen Sternenkatalog mit knapp 500.000 Sternen enthielt, ist mit der PPC-Untersttzung der groe Bruder mit 1 Mio. Sterne Standard unter DA III. Damit auch weniger aufgerstete Amigas in den Genuss von DA III kommen, passt das Programm den Speicherbedarf des Sternenkatalogs automatisch an die vorliegenden Speicherverhltnisse an. Hat das Programm zuwenig Speicher, um sich alle Sternpositionen merken zu knnen, wird nur soviel Speicher angelegt, damit zumindest die hellsten Sterne Platz finden. Falls dies der Fall sein sollte, so macht Euch ein Requester darauf aufmerksam.

Asteroidenkataloge und Benutzerbahnelemente sind miteinander verschmolzen. Unter DA I und II gab es nur ein Fenster zur Ausgabe von Ephemeriden bzw. zur Anzeige eines Bildes. DA III ffnet nun fr jede gewnschte Ephemeride ein eigenes Fenster. Ebenso knnen mehrere Bilder gleichzeitig angezeigt werden. Die bisher nur auf 8Bit-Bildschirmen funktionierende PixelCheck- Funktion, welche das berschreiben von hellen Sternen durch dunklere Sterne vermeidet, lsst sich nun auch auf 15/16/24Bit-Bildschirmen nutzen, allerdings kostet dies etwas Geschwindigkeit und zustzlichen Speicher. Zoomt Ihr ausreichend dicht an Mars und Mond heran, werden neben der Planetentextur auch geologische Objekte und Landestellen von Raumfahrzeugen angezeigt.

DA III erffnet Euch unter tatkrftiger Mithilfe des der Distribution beiliegenden Programmes FTP-Mount eine direkte Internetanbindung zum Erneuern der Asteroidendatenbank. Der Download, das Entpacken der GZIP- Datei sowie das anschlieende Umwandeln in das DAIII-Format wird vom Programm automatisch bernommen. Je nach Schnelligkeit des Internetanschlusses msst Ihr aber mit Downloadzeiten von durchaus 30 Minuten rechnen.
6. Dokumentation

Dem allgemeinen Trend folgend, existiert fr Digital Almanac keine gedruckte Anleitung. Dafr kann sich aber die HTML-basierte Online-Hilfe sehen lassen. Neben einer ausfhrlichen Einfhrung in die Bedienung des Programmes kann der geneigte Sternengucker auch einen DigitalAlmanac- Workshop absolvieren. Schritt fr Schritt werden verschiedene Konfigurationen erstellt. Es beginnt mit einfachen Sternenkarten und geht weiter ber Finsternisse bis hin zu einer QuickTime-Animation, auf der Ihr auf einem Kometen durch das Sonnensystem reiten werdet. Dabei wird sich so ganz nebenbei manch komplexes Bedienfeld (hoffentlich) in Wohlgefallen auflsen.
7. Fazit

Stimmen die Hardware-Voraussetzungen, macht die Beschftigung mit Digital Almanac III sowohl auf einem "echten" Amiga als auch unter UAE einfach Spa.

Um auf die Frage zu Beginn dieses Testberichtes zurckzukommen: Schnell zeigt sich, da DA III kein lauer Aufgu, sondern ein beraus krftiger Mokka ist, der hier kredenzt und astronomiebegeisterte Amigianer in seinen Bann ziehen wird.

Es ist schon erstaunlich, mit welch Enthusiasmus der Programmautor eine solche Software-Perle fr den desolaten kommerziellen Amiga-Markt entwickelt hat. Wer auf den Geschmack gekommen sein sollte, kann auf Digital Almanacs Homepage [3] weitere Informationen, nicht nur zu DA III, finden.

Das Fazit soll mit Paulchen Panthers Worten aus einem aktuellen Werbespot abschlieen: JETZT ANRUFEN UND BESTELLEN!
8. Bezugsquelle

Das Astronomieprogramm ist bei

Achim Stegemann,
Kirschgartenstrae 69,
69126 Heidelberg

auf CD-ROM fr 80,- DM erhltlich. Registrierte DA-User frherer Versionen knnen fr 50,- DM auf die Version III updaten. Zustzlich ist mit 6,- DM fr Porto und Nachnahmegebhr zu rechnen.

[1] achimste@gmx.de
[2] http://www.soft-ware-de/dalmanac


Uwe Pannecke
 
  
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Digital Almanac II
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Anwendungen Keyfiles:  Digital Almanac II
Anwendungen Vollversionen CDs:  Digital Almanac III
Article
 Interview:  Achim Stegemann (vom 12.9.2000)
 Testbericht:  Digital Almanac (Amiga Aktuell Ausgabe 4/99)
 Testbericht:  Digital Almanac 2 (Amiga Aktuell Ausgabe 3/2000)
 Testbericht:  Digital Almanac III (Amiga Future 38 + 39)
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