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Amiga Future Forum Index -> Knowledge Base  »  Deutsche Artikel  »  Testberichte  »  Testberichte - Spiele [Printable version]
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Type: Testbericht
Description: Amiga Games Guide
Date: 11.05.2008 - 15:41 - Views 1712
Category: Testberichte - Spiele
Foundation
 
Die Geschichte

Die Geschichte von Foundation ist, dass kann man ohne Neid zugeben, äusserst kreativ: In einem kleinen, mit Bücherregalen vollgestellten Raum tagt eine Art Gott, der eine Tunte als Angestellen hat, der die Aufgabe hatte, die vier passendsten Köpfe der Menscheitsgeschichte für seine neue Welt zu suchen, um diese dort auszusetzen. Und er hat sich für folgende entschieden:, Da Vinci, Alexander der Grosse, Einstein und den Programmierer von Foundation: Paul Burkey. Diese werden dann in einer kleinen Kammer nach Foundation gebeamt. Das war es im groben und ganzen, die Geschichte liegt als html-Datei auf der CD bei.

Das Spiel

Foundation fällt einem von Anfang an durch seine edle Gestaltung auf. Das Cover und das Lable der CD sind durch schmucke Raytracing-Pics die wunderbare Landschaften darstellen gestaltet und auf der CD-ROM befindet sich auch gleich der Soundtrack als Audio-Datei, die sich über jeden CD-Player anhören lässt.
Nach der Installation des Spiels über einen eigens dafür programmierten Installer, bei dem man genau bestimmen kann, welche Teile des Programms denn nun auch installiert werden, startet man Foundation durch einen Doppelclick auf das Icon.
In einem Intro schwebt die Kamera über eine wunderschöne Landschaft auf ein Haus mit Fahne zu, auf der der Name des Spiels steht. Im nun folgenden Menü kann man zwischen einem Spiel mit Mission oder einem "08/15" Spiel wählen, sowie verschiedene andere Einstellungen tätigen.
Im Spiel selber fühlt man sich sogleich an vergangene Zeiten errinert: "Die Siedler" schiesst es einem durch den Kopf. Und es ist tatsächlich so: nicht nur grafisch ist Foundation dem altehrwürdigen Meisterstrategiespiel aus der abtrünnigen Softwareschmiede Blue Byte mehr als ähnlich: In einer bezaubernden Landschaft steht ein trutziges Schloss, dass den Hauptsitz unseres herrschenden Hinterns darstellt. Nun kann man mittels einiger leicht erlernbarer Mausclicks diverse Häuser in Auftrag geben, die alle einen mehr oder minder deut- lichen Nutzen haben. Sobald der Auftrag steht und genug Ressourcen vorhanden sind, rennt auch schon ein blaubetuchter Magier aus dem heimatlichen Haupt-Haus und eins-zwei-drei hat er das Gebäude mit einem schwung seines Zauberstabes an Ort und Stelle gebracht. So zum Beispiel einen Förster, dessen primäres Ziel darin besteht mit der Zerstückelung von Grünanlagen mehr Bauholz zu gewinnen. Eine Miene in den Bergen sorgt für Stahl, Gold, Kohle, Öl und Stein, und dass zwar, anders als beim legendären Siedler, alles mit einer Miene. Nach einem doppelclick auf die Mine lässt sich nun sowohl die Anzahl der Arbeiter als auch die Menge der jeweils zu fördernden Rohstoffe einstellen.
Apropros Arbeiter: Sobald ein Haus steht, kommen auch schon weitere blau gekleidete Männchen aus der Burg und besiedeln und bestatten das Haus. Auch hier ist die Ähnlichkeit zu Siedler unverkennbar, genau wie bei den blauen Fahnen, die vor jedem Gebäude stehen.
Nun also kommt es darauf an, möglichst schnell alle vorhandenen Gebäude zu errichten, die von Wasserpumpen über Laboratorien und Kasernen bis zum Krematorium reichen.
Doch was dann? Spielende? Schnell hat man, was man braucht und da man keine Wachhütten bauen muss um dass Land zu erkunden, ist auch dieses Problem nicht von Dauer.
Aber Foundation wäre nicht Foundation, wenn es nicht auch hier einige teilweise amüsante Neuigkeiten bringen würde.
Denn bald fällt auch dem ignorantesten Ingo auf, dass der Bevölkerungs- stand mit der Zeit immer mehr sinkt... KOMISCH!
KOMISCH?
Nein!
So heimisch ist Eure heimische Hauptburg nämlich doch nicht, davon wissen die Jungfern ein trauriges Lied zu singen. Also flugs einige Bauernhütten gebaut und dann ein paar Bauern zu den dort heimischen Damen geschickt... und schon kurze Zeit darauf steigen die Bevölkerungszahlen wieder. Da sieht man mal wieder, wie wichtig etwas Privatsphäre doch sein kann.
So, dass Problem wäre gelöst, aber wozu dass Labor? Nun, in dem Labor vergnügen sich einige Irre ihre Zeit und erfinden dabei jede Menge Sachen wie Fischereien, Speicher, Fabriken, Krankenhäuser, Kirchen oder auch Upgrades für bereits vorhandene Gebäude oder Menschen... Moment? Upgrades für MENSCHEN? Ja, nach einiger Zeit wird auch der letzte Mohikaner hinter die Tatsache gekommen sein, dass Förster in Foundation einen grossen Unterschied zu den selbigen bei Siedler haben: Sie pflanzen nicht! Also können Magier bald Bäume und Steine zaubern oder Bauern Gebäude niederbrennen (was aber eher mit strategischen Vorteilen denn mit Bäumen zu tun hat, aber dass ist eine andere Geschichte...)
Und wenn einem die Forscher oder Magier dahinkrepieren sollten, so stellt man in der Kaserne eben ein, dass aus Bauern eben jene oder Soldaten ausgebildet werden sollen.
Und wieder eine Gelegenheit für einen unglaublichen Übergang: Soldaten führen Krieg und wie im richtigen Leben ist auch der Krampf mit dem Kampf einer der gesellschaftlichen Höhepunkte im Leben eines Foundationaners.
Dazu stehen einem Anfangs einige Soldaten verschiedener Klassen sowie ein kleiner Turm zur verfügung, doch später kann diesem martialen Notstand mit z.B. Schützentürmen und Kanonentürmen einhalt geboten werden.
Die Kriegsführung weicht jedoch schon fast komplett vom seligen Siedler ab. Eher in der Machart von Command and Conquer oder Warcraft werden einzelne Personen oder Gruppen in die Schlacht geschickt. Diese können überall angreifen und Häuser besetzten und wie bereits erwähnt können dort auch normale Arbeiter mitmachen und feindliche Häuser anzünden. Wo wir schon bei einzelnen Personen angekommen sind: Jede Person hat einen Namen und ein digitalisiertes Foto und wird dem Spieler nach dem anclicken sowie der Befehlsvorgabe mit einigen Sampels antworten, die von "I love you, Sire!" bis zu "Häh?" reichen. Ausserdem hat jeder auch zwei Balken, die seine Werte in physiologischer als auch psychologischer Hinsicht gesehen grafisch darstellen. Sollte der erstere zu tief sinken, stirbt der Mann oder die Frau und seine Seele fährt sich mit einem Sample verabschiedend zum Himmel, sinkt der letztere begeht der gute Knabe Selbstmord, was aber letztendlich keine allzugrossen unterschiede zum vorigen macht. Um diesen sich auf die Bevölkerungsichte doch recht unangenehm auswirkenden Ereignissen entgegenzuwirken empfiehlt es sich z.B. Krankenhäuser und Kirchen zu bauen. Jeder Bauer ist übrigens ein absolutes Allround- Talent: Er ist für jede Arbeit ebenso wie für den Kampf einsetzbar und ist auch bei der Kinderzeugung ein nicht zu verachtender Faktor. Auch kann man anfangs mittels eines manuell bedienten Bauerns alle in der Umgebung herumliegenden Sachen wie Ideen, Gold oder Fische einsammeln, denn jeder Bauer kann zwei Sachen gleichzeitig tragen. Somit erfüllt er auch die Rolle eines Trägers und btw. es gibt bei Founation keine Strassen.

Also, wie hoffentlich zu erkennen ist, ist Foundation dem grossen Vorbilde Siedler doch nicht ganz so ähnlich, wie anfangs vermutet. Das Spiel bietet eine ungeheure Abwechslung und jede Menge Missionen, die von "Stelle 40 Gold-, Stahl- und Holzeinheiten her" bis zu ganzschön fiesen Aktionen reichen (bei denen ich aber noch nicht angekommen bin;). Auch ein schnelles erhandeln von dringend benötigetn Waren ist möglich, sodass es sich z.B. empfiehlt, nicht so dringend gebrauchte, unendlich zu nutzende Waren besonders viel abzubauen um immer eine Handelsware auf der Hand zu haben (z.B. acht bis zehn Wasserpumpen und einige Wasser- speicher wirken Wunder). Selten verirrt sich sogar irgendein Ritter daher, der Euch dann gesondert ein spezielles Angebot macht. Ich könnte noch hunderte von Beispielen nennen - wenn mir noch welche einfallen würden. So aber kommen wir zur Technik

Technik

Auch diese ist bei Foundation nämlich nicht von schlechten Eltern. Schon dass es Foundation nur auf CD gibt auf der sowohl die AGA als auch die (man merke auf) Grafikkarten-Version (CyberGfx und Picasso96) und (wie bereits erwähnt) der Audio-Soundtrack sitzen.
Grafisch wird auch so einiges geboten, dies lässt sich jedoch besser mit einem aussagekräftigen Screenshot denn mit Worten beschreiben:
Screenshot 1
Auch die Musik ist hervorragend und äusserst atmosphärisch und auch die übrigen Sounds und Samples passen perfekt zum Spielgeschehen. Nur ein wenig störend fällt auf, dass der Computer bei vielen Männchen auf dem Bildschirm schnell in die Knie geht (68040 mit 25 Mhz., 18 MByte Ram).
Ansonsten gibt es auch für Technik eine glatte Eins, denn zu meckern gibt es sonst nichts!!

Die Zukunft

Besonders erfreulich an Foundation ist die Tatsache der ständigen weiterentwicklung des Games. Bereits jetzt ist ein Patch erschienen, der TCP/IP Support bietet, sodass man jetzt über das Internet gegeneinander spielen kann. Und auch zukünftig ist einiges geplant: Neue Gebäude und Karten (von denen es im Gegensatz zu den Siedlern nicht Millionen verschiedene mit 1000 brauchbaren, sondern eine bestimmte Anzahl an fertigen Karten gibt) sowie neue Samples, Missionen usw. Alles was an dem Spiel erweiterbar ist, wird erweitert werden! Bei genügend verkauften Spielen wurde auch mit einer PPC-Version "gedroht", also: KAUFEN! SO muss Games-Support aussehen, denn dann klappts auch mit dem Nachbarn... oder ggf. mit der heimischen Amiga...

Wertung

Spiel : Paul Burkey´s Foundation
Entwicklung : Paul Burkey
Vertrieb : Sadeness Soft, GTI und Weird Science
Genre : Strategie

Grafik : 85 von 100 %
SoundFX : 82 von 100 %
Musik : 87 von 100 %
Spielspass : 90 von 100 %
Motivation : 92 von 100 %
Innovation : 89 von 100 %


Gesamt : 88 von 100 %


Fazit: Gute Strategierspiele vermisst der Amiga-User schon seit Jahren,
doch dass dieses Game gleich so ein Oberhammer wird, dass jeder
PCler vor Neid erblasst, wenn er kurz mal zocken durfte, dass
ist schon so gut, dass es fast weh tut. Besonders vorbildlich
ist natürlich der GraKa Support, der dann kombiniert mit einer
PPC Version das letzte aus dem Amiga holt und der Welt endgültig
zeigt, dass da noch jemand ist, der nicht dem Bill-Gates-Einheitstrott
verfallen ist!



Systemvorraussetzungen: AGA oder GraKa Amiga, 2 MByte RAM, 020+, 2xCD-ROM, HD
 
  
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