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Amiga Future Foren-Übersicht -> Artikeldatenbank  »  Deutsche Artikel  »  Testberichte  »  Testberichte - Spiele
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Autor: AndreasM
Beschreibung: Amiga Aktuell Ausgabe 4/2001
Datum: 06.04.2008 - 17:13 - Aufrufe 529
Kategorie: Testberichte - Spiele
Artikeltyp: Testbericht
Exodus
 
Die Welle der Echtzeitstrategiespiele ist nun entgültig auch auf unser System hereingebrochen. Nach Napalm und Earth 2140 untersuche ich nun mit Exodus den dritten Kandidaten im Rennen um den Titel des besten RTS-Games ein bisschen genauer. Und da fangen wir natürlich erst einmal mit äußerlichkeiten an: anders die beiden angesprochenen Titel kommt Exodus in einer klassischen Box. Drinnen befindet sich eine CD-Hülle mit dem Spiel, die Anleitung und eine Regestrierungskarte. Echt klassisch! Das macht schon mal einen sehr professionellen Eindruck. Leider ist die Anleitung nur in englischer und polnischer Sprache, aber das Spiel soll ja auch deutsch sein.

Nachdem ich die CD eingelegt habe, folgt schon die nächste positive überraschung: auf der CD befinden sich zum einen Installer für deutsch, polnisch und englisch und zum anderen eine Schublade mit jeder Menge Extras, als da wären: ein kostenloses Ballerspiel, eine Anleitung, wie Exodus entstanden ist (auf polnisch), Screenshots des neuen Spieles, WB- Bilder und AMP Skins. Echt cool. Auch die Installation klappt hervorragend. Danach gilt es noch ein Setup-Programm aufzurufen. Hier gilt es dann, das CDRom und die Nullmodemfunktion mit einzubinden und die Auflösung sowie die Sprache zu bestimmen. Nachdem hier abgespeichert wurde, kann es endlich losgehen:

Das Spiel startet mit dem Einblenden der Logos und hier bin ich mit der Qualität nicht ganz so zufrieden. Dafür entschädigt das Demo. Es ist zwar kein Kracher wie bei Earth, aber sehr solide gemacht. Anders als bei Earth wird hier die komplette Hintergrundgeschichte erzählt. Leider nur auf englich (mit polnischem Akzent), aber durch die dabei laufenden Filmsequencen, kann man die Story gut nachvollziehen. Aber trotzdem hier noch einmal die kurze Zusammenfassung:

»In wenigen Tagen wird der erste und größte Teil eines zerstörten Planeten auf Bataar einschlagen und diesen Planeten in eine brennende Kugel verwandeln. Die Fracht- und Kriegsschiffe schaffen deshalb die Techniker und die Ausrüstung der Moroi von Bataar. Das Mutterschiff ist mit komplizierten Einrichtungen ausgerüstet um den Superspace-Tunnel zu öffnen. Hierdurch kann man sein Ziel schneller erreichen. Die Expedition der Moroi führt sie direkt zum zweiten Planeten im Antares System. Dort soll es eine Minenkolonie der Zelds´ geben. Die Aussiedlung der Moroi kann beginnen.«

(P.S.: Das Intro bietet noch einige Infos mehr, dies ist nur eine Zusammenfassung aus der Anleitung).

Im Spiel übernimmt man eine der beiden Parteien, Moroi oder Bataar und stürtzt sich in den "letzten Krieg".

Das ganze sieht folgendermaßen aus: Es erscheint ein schön gemachtes Bild, während das Spiel lädt. Eine Fortschrittsanzeige meldet, wie lange dies ungefähr dauert. Dann gibt es den Missionsauftrag. Und spätestens hier gibt es den ersten (unfreiwilligen Lacher). Denn wo der polnische Akzent beim Intro noch vertretbar war, ist dies bei der übersetztung unverzeihlich. Ich zitiere hier einmal kurz das erste Missionsziel um euch zu zeigen, was ich meine:

»Ziele im Auftrag 1: Landend, die Armee Moroi eingestellt herauf Unterseiten auf der Oberseite des Planeten. Ihre Armee gegen Angriffe Zelds' zu verteidigen und zu steuern besetzten Bereich, sie werden bestellt zu aufbauten eine Radarstation.«

Ohne mich jetzt über meine polnischen Nachbarn lustig machen zu wollen, aber diese übersetzungen sind mehr als lachhaft. Da hätte man besser ATO konsultiert oder so. Aber hier erleidet der Spielspass tatsächlich einen Einbruch.

Aber sehen wir mal weiter: Nachdem man also die Aufgabenstellung erraten hat geht es direkt ins Spielgeschehen. Oben am Rand gibt es eine Statusleiste. Der Hauptteil der Bildschirms wird durch das Spielfeld belegt, auf der rechten Seite gibt es dann ein Radar, mit dem man direkt zu jedem beliebigen Punkt auf der Karte springen kann. Außerdem wird von hier die Expansion betrieben, sprich die Gebäude gebaut. Allerdings kann aus übersichtsgründen dieses Fenster auch verborgen werden, so daß man nur noch das Spielfeld sieht.

Am Anfang gibt es auf eben diesem aber noch nicht viel zu sehen. Ein Teil der Landschaft ist sichbar, der noch nicht erforschte Rest noch unsichtbar. Man sieht einige eigene Einheiten und die Zentrale. Nun gilt es die Mission zu erfüllen und dabei seine Basis zu schützen. Dafür braucht man in der Regel aber neue Einheiten, welche aber Geld kosten. Um dieses zu bekommen braucht man ein Bergwerk und eine Fabrik um den gewonnenen Rohstoff zu verarbeiten.

Aber diese auf den ersten Blick komplizierte Situation spielt sich schnell ein (und ist jedem RTS-Fan sowieso geläufig), so daß man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: die Schlacht! Aber bevor ich hierauf näher eingehe, kümmere ich mich mal um die technischen Fakten: Sound und Grafik. Soundtechnisch gibt es eigentlich nix zu bemängeln. Die Musik von CD ist stimmungsvoll und abwechslungsreich und auch die SoundFX unterstreichen das Spiel. Es ist zwar nicht das Non plus Ultra, aber auch nicht viel weniger. Die Sprachausgabefetzten hätte man sich sparen können, die tragen garnix zur Atmosphäre bei. Aber alles in allem kann man den Sound doch in der oberen Region anordnen. Anders sieht da schon die Grafik aus. Selbst in der hohen Auflösung spricht mich das Ganze nicht sonderlich an. Zugegeben, das Scrolling ist schnell und die Hintergründe bunt und abwechslungsreich. Aber ich bin halt seit Napalm und Earth etwas komplett anderes gewohnt und da kommt Exodus einfach nicht mit. Die Bewegungsabläufe wirken steif und unbeholfen und das ganze Ambiente irgendwie unwirklich. Klar läuft Exodus auch auf einem 030er, aber selbst hier nur in LowRes. Und selbst auf einem 060er ist HiRes nicht ganz ruckelfrei. Das heißt nicht, daß Exodus eine Sch...grafik hat sondern nur, daß die beiden Konkurrenten hier wesentlich besser abschneiden. Aber nächste Woche stelle ich ja alle drei Spiele mit ihren Vor- und Nachteilen gegenüber und da wird man den Unterschied ja erkennen.

Aber wie ich selbst immer betone: Das Äußere ist nicht so wichtig, wenn das Gameplay stimmt. Der Spielspass kommt immer an erster Stelle! Und so leid es mir tut: Auch hier kann ich mich nicht so recht mit Exodus anfreunden. Die Steuerung ist einfach zu ungewöhnlich, als das richtige Spielaction aufkommt. Um eine Einheit zu bewegen, klicke ich sie mit der linken Maustaste an. Daraufhin erscheint ein Requester in dem ich einstelle, was die Figur machen soll (zwischen dem Ausgangspunkt und einem Zielpunkt hin- und herlaufen, angreifen oder zu einem Ziel gehen und dort bleiben). Dann bestimme ich mit der rechten Maustaste den Zielpunkt und die Aktion wird ausgeführt. Man kann sich leicht vorstellen, daß dies im Schlachtgetümmel schon einmal zu Schwierigkeiten führen kann. Natürlich ist das wie immer nur meine persönliche Meinung, der eine oder andere hat vielleicht schon immer auf diese Art der Steuerung gewartet.

Die Level sind ansprechend und abwechslungsreich gestaltet, aber durch die nicht immer durchdachte künstliche Intelligenz geriet ich schon in mancher Situation unnöting in Gefahr. Die Einheiten "sehen" nämlich keine Hindernisse. Sie ballern einfach in Richtung Feind, egal ob da ein Baum, ein Berg oder gar eine eigene Einheit im Weg ist. Und das ist manchmal wirklich tödlich!

Alles in allem entpuppt sich Exodus also nicht als der Geheimtip, als der er vorher gehandelt wurde. Ich würde das Spiel nur jemanden mit einem 030er empfehlen, der unbedingt ein RTS-Spiel braucht. Und selbst hier bitte ich jeden sich vorher mal die Demo anzuschauen. Exodus hat ein paar gute Ansätzte ist aber für meine Begriffe keine echte Konkurrenz zu Napalm und Earth. Dies klingt hart und wird wahrscheinlich wieder einige Kritiker auf den Plan rufen, aber ich halte nun mal nichts davon ein Spiel schön zu reden. Exodus hat mich entäuscht. Aber ich nehme gerne Gründe entgegen, weshalb Exodus trotzdem spielenswert ist. Mailt uns doch einfach eure Meinung zu Exodus.
 
  
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